„Warum mache ich das eigentlich?“
Ein Rückblick auf den inoffiziellen Workingtest in Brokeloh
Am 21.03.2026 fand der inoffizielle Workingtest der BZG Hannover in den Klassen A, F, V sowie der Schnupperklasse statt. Hier ein Bericht aus meiner Sicht der A-Klasse.
Natürlich war es – wie immer – eine gelungene Veranstaltung: perfekte Organisation, engagierte Helfer und tolle Richter. Das weiß man aber auch schon vorher – auf Günter ist Verlass.
Und dennoch gibt es diesen Moment: Es ist samstags und früh am Morgen klingelt dein Wecker einem Bürotag gleich, du bist kein Frühaufsteher, und noch eine gute Stunde Autofahrt liegt vor dir. Du stellst dir die Frage: „Warum mache ich das eigentlich?“
Man kommt an und wird aufgefangen. Freundliche Gesichter, bekannte Stimmen, neue Begegnungen. Ein kurzes Gespräch hier, ein Lächeln dort. Die Aufregung bleibt, aber sie wird leiser.
Die Gruppen werden eingeteilt, und es geht los zur ersten Aufgabe. Während du deinen Hund taxierst, um herauszufinden, wie er heute drauf ist, hoffst du, dass er sich rechtzeitig erleichtert und sich das nicht für die Aufgaben aufhebt.
Dein Kopf ist ganz klar: Es ist doch nur Training nach Punkten. Es gibt tolle Aufgaben, viele Schüsse, noch mehr Dummys – das ist doch super!
Der Bauch antwortet: „Hmmmm… ja…“
Beide versuchen sich zu einigen. Vielleicht helfen ein paar Bachblütendrops?
Spätestens auf dem Weg zum ersten Richter, zur ersten Aufgabe, ist die große Frage wieder laut zu hören: „Warum mache ich das?“
Du kommst an. Die meisten Richter wissen, wie du dich fühlst. Jennifer sagt ein paar aufmunternde Worte, und auf Los geht’s los. Die erste Aufgabe war im Wald. Schuss und Dummy fallen, zuerst aber bitte eine kleine Suche, erst dann wird die Markierung gearbeitet. Pearly-Sue arbeitete zügig, fand sicher und ging mit Tempo in die Markierung. Auch die zweite Markierung arbeitete sie nach dem Walk up mit Perspektivwechsel zielstrebig, konzentriert und mit Tempo.
Und genau in diesem Moment passiert etwas: Die Anspannung fällt ab. Du stehst da, schaust deinem Hund bei der Arbeit zu und musst lächeln.
Da ist sie. Die erste Antwort auf das Warum: Weil dich genau dieser Moment glücklich macht. Weil sich die Freude deines Hundes bei der Arbeit auf dich überträgt.
Mit einem „Das war sehr gut“ wurden wir aus der Aufgabe entlassen, und es ging weiter zur nächsten Wartezone. Hier und da wird über dies und das geredet. Du kommst mit netten Menschen zusammen und hast tolle Gespräche. Ihr muntert euch gegenseitig auf, wünscht euch Glück und Erfolg, drückt die Daumen. Abseits von Hund und Training findest du eine weitere Antwort auf die Frage „Warum mache ich das?“: Weil du hier auf Menschen triffst, die deine Leidenschaft teilen.
Auf dem Stoppelacker bei Friedhelm weht ein kühler Wind. Während wir uns zwischen den Aufgaben bewegen oder in den Schutz der Bäume zurückziehen, stehen die Helfer dort den ganzen Tag und werfen unermüdlich für jedes Team – das verdient Respekt.
Es gab vier weite Markierungen mit Schuss. Gearbeitet wurden drei jeweils direkt und die letzte nach einem Walk up mit Perspektivwechsel.
Pearly-Sue zeigte auch hier eine sehr konstante Leistung und arbeitete alle Dummys sicher. Bei einer Markierung hätte ich den Wind besser berücksichtigen müssen – dadurch brauchte sie etwas länger. Aber mit ihrem ausgeprägten Findewillen glich sie das aus.
Und wieder gibt es Antworten auf dieses „Warum“: Weil wir ein tolles Team sind, weil wir uns vertrauen, weil wir gemeinsam wachsen und weil wir bisher bei jedem Workingtest etwas gelernt haben.
Die letzte Aufgabe führte uns zu Sophie auf eine Wiese. Eine Markierung mit Schuss, die nach einem Walk up gearbeitet wurde. Anschließend Einweisen und ein letzter Apport – Pearly-Sue geht raus. Zielsicher. Direkt. Zurück bei mir landet der Dummy sauber in der Hand. Sie arbeitete ruhig, konzentriert und zuverlässig. Es passte einfach alles. Wir wurden gelobt – und dieses Gefühl ist wirklich unbeschreiblich schön. Und wieder gibt es eine Antwort auf das „Warum“: Erfolg fühlt sich verdammt gut an und streichelt unsere Seelen.
Zufrieden mit dem Tag, ohne die genaue Punktzahl zu kennen, hatten wir nun Zeit für ein lockeres Zusammensitzen und versorgten uns am leckeren Buffet. Meine erste Grillwurst der Saison war ein Genuss. Selbst die Sonne erbarmte sich, blickte durch den trüben Himmel und schickte ein paar wärmende Strahlen.
Es folgte die obligatorische Tombola, humorvoll von Günter moderiert. Hier fanden tolle Preise mit viel Jubel zu netten Menschen. Die Danksagungen waren von Wertschätzung für all die Helfer und Richter getragen, ohne die diese wirklich schöne Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre.
Und ja – auch hier gibt es eine Antwort auf das „Warum“: Weil es einfach Spaß macht!
Und dann kam, was bei einem Wettbewerb nicht fehlen darf: die Siegerehrung.
Die Leistungen waren stark. Bereits der 3. Platz lag bei 114 von 120 Punkten für Anja Koschinski mit Blackbox Bogs Ambitious Koda. Dann mit 115 Punkten der 2. Platz für Gertrud Eggert mit Fischermen‘s friend Tosca. Die zwei Teams haben super Leistungen erbracht und toll mit ihren Hunden gearbeitet!
Ich hatte keine Ahnung, wo ich stand. Dann fiel mein Name: Christine Zorn mit Pearly-Sue vom Barkendiek – 118 Punkte.
Ich war unglaublich stolz: auf meine Herzenshündin und unser Team. Und was diesen Moment umso schöner machte, war die ehrliche Freude der anderen.
Und schon wieder gibt es eine Antwort auf das Warum: Weil sich all die Arbeit, das Training und die gemeinsamen Stunden lohnen.
Und vielleicht die wichtigste Erkenntnis des Tages:
Egal wie es ausgeht – wir können gar nicht verlieren. Wenn man sein Bestes gegeben hat und zufrieden nach Hause fährt, hat man Zufriedenheit und Stolz gewonnen – egal, ob man auf den ersten Plätzen liegt oder nicht.
Auch wenn Fehler passiert sind oder etwas schiefgelaufen ist, hat man etwas Wichtiges gewonnen: Erfahrung! Denn ein Fehler ist nur ein Fehler, wenn man nicht daraus lernt. Und beides bringt uns weiter.
Wer sich einem Workingtest stellt, ist also immer ein Gewinner. Genau deshalb machen wir das – und plötzlich ist die Frage von heute Morgen beantwortet.
Vielen Dank an alle Richter, Helfer und Organisatoren für diesen wirklich schönen Tag,
Christine Zorn mit Pearly-Sue
