Bezirksgruppe Hannover

Tollingprüfung Bronze am 29.03.2026

Matsch, Aufregung und ein bisschen Wahnsinn – unser Tag bei der Tollingprüfung in Dolldorf

Der Sonntag begann für uns bereits um 4:00 Uhr mit einer ausgiebigen, stockdunklen Hunderunde in der Heimat. Das Wetter war trocken, bei Temperaturen knapp über null Grad. Schnell wurde das Auto gepackt und schon ging es los Richtung Hannover.

Bestes Prüfungswetter, gute Laune und irgendwo dazwischen ich – leicht nervös… und meine Hündin Jorle vom Augsburger Land, die das Ganze deutlich entspannter sah als ich.

Am Prüfungsgelände angekommen, folgten die Anmeldung und die Chipkontrolle der Hunde. Wir bekamen die Startnummer 6 von 7. Also hieß es erst einmal: durchatmen und versuchen zu entspannen – wir waren erst nach dem Mittag dran… puh!

Nun galt es: bloß nicht noch nervöser werden!

Die Begrüßung durch die Offiziellen fand auf einem schönen alten Hof statt, der freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde. Nach einer kurzen Einweisung ging es zur Revierbegehung, bei der alle Aufgaben ausführlich erklärt wurden.

Die erste große Herausforderung des Tages bestand darin, überhaupt trockenen Fußes zum Gewässer zu gelangen. Mir hat es fast zweimal die Gummistiefel ausgezogen – der Matsch vom Regen des Vortags hatte es wirklich in sich.

Die Spannung war bei allen deutlich spürbar. Zuerst starteten die zwei Dummy-Hunde, danach folgten die Hunde, die mit Wild geprüft wurden.

Das erste Team konnte leider nicht bestehen, was die Anspannung bei allen noch einmal erhöhte… also: tief durchatmen!

Nach und nach kamen dann aber auch strahlende Gesichter aus dem Prüfungsgelände zurück, sodass sich mein Puls langsam wieder normalisierte.

Nach dem Mittag war es dann endlich soweit – wir durften starten!

Wir begannen am Markierstab mit dem Anschleichen in Richtung Gewässer, hinter uns ein Richter mit einem Anwärter. Jorle arbeitete ruhig und souverän an meinem Bein. An drei geeigneten Stellen hielten wir kurz an, um uns einen Überblick über das Gewässer und mögliches Wild zu verschaffen.

Angekommen hinter der Blende, wurden auf Richteranweisung drei Tolling-Sequenzen durchgeführt. Vorgegeben waren 10, 8 und 12 Würfe. Das war die Übung, vor der ich am meisten Respekt hatte. Doch Jorle zeigte mir schnell, dass sie die neuen Tolling-Spielzeuge spannend fand und arbeitete bis zum Schluss mit voller Energie und großer Ausdauer mit mir zusammen. Während der drei Sequenzen wurden zwei Passivitätsphasen eingelegt, die sie völlig entspannt meisterte.

Anschließend folgte die Wassermarkierung. Jorle wurde links neben die Blende gesetzt, während ich dahinter blieb. Es fiel ein Schrotschuss, und die Ente landete im Wasser. Auf mein Kommando hin war Jorle sofort im Wasser, und die Ente landete in kürzester Zeit in meiner Hand. Puh – wieder durchatmen!

Das Schwierigste für uns war geschafft!

Weiter ging es zur Verlorensuche. Im Suchengebiet lagen drei Enten: zwei ausgelegt und eine über eine Schleppe gezogen. Jorle arbeitete zunächst die Schleppe in hohem Tempo aus – schnell war die erste Ente bei mir. Danach folgten zwei schöne Suchen, bei denen man deutlich sehen konnte, wie gut sie mit dem Wind arbeitete. Auch diese Enten waren schnell in meiner Hand.

Erleichterung pur! Mein Gefühl sagte mir: Das müsste bestanden sein!

Die anschließende Richterbesprechung zog sich etwas, da die Anwärter noch viele Fragen hatten. Schließlich bekam ich die Rückmeldung, dass es eine sehr schöne Arbeit gewesen sei und ich meinen Hund „clever“ geführt habe. Das habe ich gern als Kompliment angenommen – denn für mich bedeutet Teamarbeit, seinen Partner zu unterstützen, wenn es nötig ist, und ihn einfach machen zu lassen, wenn er im Flow ist.

Die Punkte und Werturteile wurden erst nach Abschluss aller Teams bekannt gegeben – also hieß es wieder: warten.

Die Stimmung über den ganzen Tag hinweg war trotz aller Anspannung großartig – fair, freundlich und gemeinschaftlich. Es wurde viel geschnackt, gefachsimpelt, gelacht und hier und da auch ein Schnaps zur Nervenberuhigung geteilt. Auch das Richterteam vermittelte allen ein gutes Gefühl. Es fühlte sich so an, als wollten alle gemeinsam einfach einen schönen Tag erleben – und genau so war es auch.

Gegen 17:30 Uhr wurde es dann ernst, und die Siegerehrung wurde vorbereitet. Nach und nach wurden alle Teams aufgerufen, und Urkunden sowie Prädikate wurden vergeben. Ein Blick in die Runde zeigte viele glückliche Gesichter – und ich war eines davon. Völlig erschöpft, aber überglücklich freute ich mich über meine bestandene Prüfung.

Was dann jedoch folgte, machte mich besonders stolz: Wir wurden am Ende als Suchensieger aufgerufen – mit 225 Punkten im 1. Preis!

Absolut sprachlos und überglücklich traten wir schließlich den Heimweg an.

Ein riesiges Dankeschön an die BZG Hannover für die reibungslose Organisation dieser tollen Veranstaltung sowie an das gesamte Richter- und Helferteam, das für uns im Gelände im Einsatz war. Ihr seid großartig! Jeder, der schon einmal eine Prüfung ausgerichtet hat, weiß, wie viel Arbeit dahintersteckt.

Luisa Einhaus mit Jorle vom Augsburger Land

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